Helles Blau bis zum Meer

Heute morgen schon um 7 Uhr am Ufer. Die Straßenbeleuchtung brannte noch. Ein aufregendes Gefühl, wenn der Wind aus Westen das Hellblau am Winterhimmel aufscheucht bevor die Spatzen wach werden.

Die Wohnungen am Ufer liegen dunkel, wie fest vertäute Schiffe, die nie mehr ablegen und aus den Fenstern hier und da blinken Lichterketten und es hat den Anschein, lange wird es nicht dauern, bevor sie abgenommen werden und eine neue Geschäftigkeit einzieht.

Wenn man ein Pferd besäße, könnte man sich am Seil hinterher ziehen lassen, mit Blick auf die Kuppe, tagelang auf dem alten Treidelpfad weiterstapfen, bis man ans Meer käme. So aber dreht man an der alten Schule ab und geht mit dem Hund zwischen Schrebergärten zurück, um den ersten Kaffee zu trinken.

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Bild von Anja Röhrig

Anja Röhrig

Ich habe viele Jahre als Journalistin und Autorin in den Bereichen Kultur, Geschichte und Literatur gearbeitet. Meine publizistischen Schwerpunkte liegen auf Food, Food History und existenziellen Lebensthemen – ebenso wie auf Rezensionen und Essays.

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