Zwischen Provence & Rheinland

Texte über Landschaft, Erinnerung und Sinn

Kurzprofil:

Anja Röhrig arbeitet viele Jahre als Journalsitin und Autorin in den Bereichen Kultur, Geschichte und Literatur. Die publizistischen Schwerpunkte liegen auf Food, Food History, und existentiellen Lebensthemen – sowie Rezensionen und Essays.

Neben journalistischen Arbeiten entstehen literarische Buchprojekte. Derzeit widmet sie sich dem „Nature writing“ in Gedichten und Feldnotizen (englisch und deutsch) und schreibt an einem Memoir über die Kindheit in der Eifel.

Meine Angebote

Texte &
Essays

Texte & Essays

Literarische und journalistische Texte über Kultur, Geschichte und Lebensräume – präzise recherchiert und sprachlich fein gestaltet. Von Food-Essays bis hin zu biografischen und programmatischen Texten entstehen Inhalte mit Tiefe und Atmosphäre.

Notizen

Vom Rande

Literarische Ortsnotizen, Gedichte und Prosatexte, die aus dem bewussten Wahrnehmen von Landschaft und Alltag entstehen.

Ein offenes Schreibfeld, in dem sich Beobachtung, Erinnerung und Sprache verbinden.

Online-Kurs

Schöpferisch leben

Ein 12-wöchiger Onlinekurs, der kreative Prozesse in Bewegung bringt und den eigenen Ausdruck stärkt.

Inspiriert vom Ansatz des „kreativen Lebens“ öffnet er Raum für neue Schreibimpulse und persönliche Entwicklung.

Begleitung

Mentorin,
Vortrag & Seminare

Individuelle Begleitung, inspirierende Vorträge und Seminare rund um die Kraft des Schreibens und Lesens. Mit philosophischem und logotherapeutischem Blick entstehen Räume für Reflexion, kreative Entwicklung und neue Perspektiven auf Sprache und Sinn.

Meine Veröffentlichungen

Reise Reportagen

Into the Heartland

Iowa, wo Hollywoods Träume blühen

„Ich blicke über ein Meer aus grün-gelben Hügeln. Hypnotisches Blau strahlt vom Himmel. Ochsenblutrot schwitzen die Scheunen. Mächtige Futtersilos schrauben sich ins Gewölk, ihre Metallhaut reflektiert die gleißenden Strahlen der Sonne, nur um sie in einem noch reinerem Weiß zurück zu spiegeln. Iowa im August ist ein einziger hysterischer Schrei aus Farbe und Licht.

Ich denke an eine Szene aus dem Hollywoodfilm „Feld der Träume“ mit Kevin Costner. Als über Nacht auf einem umgepflügten Maisfeld ein Baseballplatz entsteht, erscheint der Geist des Baseballstars Joe Jackson. Er fragt: „Hey, ist das das Paradies?“ „Nein, antwortet Farmer Ray Kinsella, „das ist Iowa“.

(Auszug aus Heartland. Reportagen über den Mittleren Westen, Iowa und Nebraska im America Journal)

Mit Sissi Perlinger unterwegs in der Ewigen Stadt

„Verzückt gräbt Sissi ihre Hände in Tüll, hält sich Stoffblumen ins Haar und probiert ein Kleid nach dem anderen. Für einen kurzen Moment blitzt im halbblinden Spiegel eine andere Person auf:

Ein kleines Mädchen steht da und betrachtet sich verträumt in Mutters viel zu großem Kleid und übergroßen Schulen. Fasziniert schaue ich sie an. Ist das die wahre Sissi? Sie muss meine Gedanken erraten haben. Denn sie dreht sich einfach um und lacht.


(AMICA, Frauenzeitschrift)

Machtvoll durch dick und dünn. Über die Liaison von Essen und Macht

„Mit der Revolution wurden die Karten neu gemischt: Die Zeiten, in denen der Adel sich nach einem Tag im Sattel das kräftige Wildbret schmecken ließ, waren endgültig vorbei. Zwischen Verfeinerung und Ästhetisierung des Essens einerseits und der besinnungslosen Völlerei andererseits bahnte sich der Bürger mit der Fackel der Vernunft in der Hand den rationalen Weg zum Essen.

Auf den Tisch kam, was nützlich war, und zwar für Körper und Geist. Tradierte Überlieferungen wichen abstrakten Regeln, aufgestellt von Medizinern und Pädagogen. Essen musste fortan gelernt werden, trainiert wie eine Sportart und zwar von klein auf. Struwwelpeter und Suppenkasper schürten Alpträume und Appetit der Kinder.“

(DAMALS)

„Der historische Mythos überlebt oft nur im kulinarischen Alltag: So soll ein Stellenbewerber im Assessment-Center auf die Frage, wer denn Bismarck sei, bündig geantwortet haben: „Ein Hering“.

Bismarck hätte diese Antwort sicher amüsiert. Er war ein leidenschaftlicher Esser, quantitativ wie qualitativ, und kaum ein anderer deutscher Staatsmann verstand es so meisterhaft wie er, die Kunst der Politik mit der des Essens zu verbinden.“

(DAMALS)

Beiträge im Kulinarischen Almanach

„Als erster Europäer macht wohl Christoph Kolumbus die Bekanntschaft mit den rotbraunen Kakaobohnen. Als er am 15. Februar 1502 nördlich der Insel Guanaja vor der honduranischen Küste vor Anker ging, tauchte ein Maya-Kanu am Horizont auf. Das übliche Ritual einer Begegnung zwischen Alter und Neuer Welt erfolgte:

Die spanischen Seefahrer kaperten das Kanu, durchsuchten es nach Gold und anderen Edelmetallen, doch fanden sie nichts weiter als Maniok, Mais und „Mandeln“. Kolumbus’ Sohn Hernando, der die Szene festgehalten hat, fiel auf, dass die „Indios“ „sobald eine dieser Mandeln auf den Boden fiel, sich allesamt hinab beugten, um sie aufzuheben, so als ob ein Auge heruntergefallen wäre“. Was wie „Mandeln“ ausschaute, waren in Wahrheit Kakaobohnen, für die Mayas so wertvoll wie Gold.“

(DAMALS)

Cottas Kulinarischer Almanach

„…Den großen Auftritt hat er nur in Belgien. Denn hier liebt man ihn bedingungslos. Das zeigt sich schon am Namen. Die Wallonen sagen chicons, die konische Form lautmalerisch nachbildend, und der Flame – ganz Augenmensch – spricht von witloof, was soviel heißt wie Weißblatt oder Weißlaub.

Die kurze Haltbarkeitsdauer nimmt man zärtlich zur Kenntnis wie die Kapriolen einer Diva. Auf dem Markt tritt ce noble légume deshalb immer in mit Holzwolle gefütterten Spankörben auf, ausgeschlagen mit lilablauem Papier, das die empfindliche Haut des Gemüses vor den zerstörerischen Sonnenstrahlen schützen soll….“

Cotta’s kulinarischer Almanach, No. 8

Cottas Kulinarischer Almanach

„Es war gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Europa hielt kurz den Atem an, bevor es sich in die Religionswirren des Dreißigjährigen Krieges stürzen sollte. Für Soldaten gab es da wenig zu tun, und so boten ein paar junge Männer aus dem ehemaligen Herzogtum Württemberg ihre Dienste der Seerepublik Venedig an.
Sie schoben Wache auf den Handelsstützpunkten der Venezianer entlang der peloponnesischen Küste, und dort sahen sie zum ersten Mal dieses fremdartig Gewächs: der Stamm hoch, die Blätter oval, die Blüten von grünlich-weißer Farbe und Früchte, wie sie sie nur vom Hörensagen kannten. So groß wie ein Ei, blau mit weißem Reif überzogen, das grün-gelbe Fleisch vom spitzen Stein getrennt. Damaskenon, so nannte die Griechen sie, Frucht von Damaskus.“

„Cotta’s kulinarischer Almanach, No. 10“

Fenster

Rezensionen & Essays

Cupidos Küche oder warum Casanovas Küche ohne Moral auskommt

„Casanova aber war Cupido selbst, ein Raubvogel in besticktem Batisthemd. Die Beine in kostbaren Seidenstrümpfen, stolzierte er mit silberbeschlagenen, roten Stöckelschuhen und „tutti quanti“ zu Bällen, Buffets, Empfängen, Soupers und Picknicks in ganz Europa, immer auf der Jagd nach neuen Gaumen- du Liebesfreuden.“

Eröffnungstext für „Resonanzen“, Festival für Alte Musik, Wiener Konzerthaus

„Ein unnützes Funkeln in der Sonne“ Das Buch der Unruhe von Fernando Pessoa – eine Einführung

Wiener Konzerthaus, 17. Wiener Frühlingsfestival

„Soares ist der moderne Zen-Meister, der uns Ich-Verlorene einübt in die Kunst der Selbstvergessenheit:“…in die Höhe schießen, um auf der Stelle niederzufallen ,..“
Unterschwellig dringt hier die Seelenmusik des einsamen Kindes Fernando an unser Ohr, das die Zeit wie Perlen an der Halskette seiner Mutter durch die Finger gleiten lässt – immer und immer wieder. Aus diesen Momenten große Literatur gemacht zu haben, das ist das Verdienst Fernando Pessoas. Man lese diesen Meister Eckhart aus Portugal in homöopathischen Dosen, aber das ein Leben lang.“

Alessandro Baricco. „Novecento. Die Legende vom Ozeanpianisten“

Wiener Konzerthaus, Zyklus Literatur im Konzerthaus

„Novecento“ ist eine luftige Komposition aus Geheimnis, Wunder und Spektakel, die beim Leser einen unnachahmlichen Sog entfaltet. Die Sätze, so einfach und leicht gebaut, swingen mit der lakonischen Lässigkeit einer Jazzimprovisation und drücken eine verzweifelt-anrührende Wehmut aus.“

Briefe und Texte von Franz Kafka und Milena Jesenská

Wiener Konzerthaus, Zyklus Literatur im Konzerthaus

„Ohne Frauen kein Schreiben. Mit Frauen kein Leben“.
„Kafka, der Minnesänger, verstummt. Er mutiert zum „Waldtier“, das durch ihre (Milenas) Gnade an die Sonne gekommen, und nun ins Dunkel zurückkehren muss.
Es fällt kein einziges böses Wort. Nur beider Klagegesang ist zu hören und darin liegt die wohl unhintergehbare Größe dieser Liebeskorrespondenz. Sie bleiben ihrer Liebe treu – und sei es auch nur auf dem Papier …“

Liebesgedichte von Goethe, Schiller, Hölderlin und Rilke

„..Ihm liefen die Frauen zu, wie anderen wilde Katzen – bevorzugt die des mütterlichen Typs, meist adlig und betucht die die Fürstin von Thurn und Taxis oder die Baronin und Freiin Nádherny von Borutin.“

Wiener Konzerthaus, Zyklus Musik und Dichtung „Liebespaare“

Wozu das alles?

Christian Uhle verbindet Philosophie mit Gesellschaftsanalyse und einem entspannten Plädoyer für eine sinnerfülltere Welt.

(Buchbesprechung für sinn-erfahren.de)

Beitrag für das Magazin SEUM „Liebesbriefe an die Welt"

(07.02. bis 10.05.2015)
Der Mann versteht sein Handwerk: Die Latzhose voller Farbkleckse, sitzt er da und betrachtet die geöffneten Hände. Wäre da nicht der Name, würde man ihn für einen nachdenklichen Anstreicher halten. U e c k e r steht da kreisförmig auf dem Hosenlatz.

Mit diesem Foto begrüßt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ihre Besucher am Grabbeplatz zur großen Uecker- Ausstellung. Schlichte Geste, große Wirkung! 

Längst überfällig, aber noch rechtzeitig zum 85. Geburtstag des weltberühmten Nagelkünstlers am 13. März, ehrt die Kunstsammlung NRW den Maler und Objektkünstler Günther Uecker mit einer großen Schau. Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in seiner Wahlheimat Düsseldorf. Mehr als 60 Exponate aus fünf Jahrzehnten seines Schaffens, von der großen Rauminstallation bis zur kleinen Zeichnung, sind vom 7. Februar bis 10. Mai in Düsseldorf zu sehen.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ehrt Günther Uecker mit einer großen Einzelausstellung

 

 

Referenzen

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